SchokoFair hat Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut interviewt – einen der wichtigsten Experten in Deutschland, wenn es um Kakao, Kinderarbeit und Nachhaltigkeit geht.
Im Gespräch wird schnell klar: Ein Fairtrade-Siegel ist keine Garantie dafür, dass Schokolade komplett frei von Kinderarbeit ist. Der Grund liegt tiefer: Fairtrade-Bauern erhalten nur zu geringen Anteilen ihre Fairtrade-Prämien, da die Nachfrage nach Fairtrade-Kakao zu gering ausfällt und der Kakao somit „off lable“ verkauft wird. Resultat: Die Bauern tragen die Zertifizierungskosten, erhalten aber keine Prämien. Viele Kakaobauern wurden somit über Jahre so schlecht bezahlt, dass ihre Familien ohne die Mithilfe der Kinder kaum über die Runden kamen.
Hütz-Adams erklärt auch, warum freiwillige Versprechen der Schokoladenindustrie oft nicht reichen. Das Harkin-Engel-Protokoll sollte Kinderarbeit schon vor vielen Jahren beenden – passiert ist viel zu wenig. Entscheidend seien höhere Einkommen für die Bauern, echte Kontrolle in den Lieferketten und klare gesetzliche Regeln.
Die kurze Essenz des Interviews: Wer faire Schokolade will, muss über Preise, Macht und Verantwortung sprechen – nicht nur über Logos auf Verpackungen.
